Neuigkeiten vom Protest gegen die Entlassungen bei der Zeitschrift "Der DOM" in Paderborn
Unter www.dom-protest.de finden Sie jeweils aktuell Neuigkeiten und Hintergrundinformationen rund um die Entlassung der Redaktion der Zeitschrift "Der DOM".
Darüber hinaus haben Sie unter dem Punkt BLOG die Möglichkeit, Ihre eigene Meinung mitzuteilen. Bitte machen Sie davon reichlich Gebrauch
Ihr DJV-OWL
Kein Angebot für die gekündigten Redakteure
Paderborn. Mit einer ungewöhnlichen Strategie sind die Geschäftsführer der Paderborner Bonifatius GmbH in die erste Runde der Vermittlungsgespräche gegangen. Der erste Gütetermin mit einem der gekündigten Redakteure vor dem Arbeitsgericht endete Anfang Februar bereits nach zweieinhalb Minuten. Die Geschäftsführer und ihr Bielefelder Anwalt machten erst gar keine Anstalten, von sich aus eine gütliche Einigung, im besten Falle also den Erhalt des Arbeitsplatzes, anzubieten. Vielmehr verwiesen sie auf ein am gleichen Tag folgendes Gespräch mit dem Betriebsrat. Aber auch darin, so war über den Anwalt der Kollegen zu erfahren, gab es kein konkretes Angebot. Hatten der Arbeitgeber und dessen Anwalt sich noch Anfang Januar in einer ersten Sitzung vor dem Arbeitsgericht bereit erklärt, Sondierungsgespräche mit dem möglichen Ziel eines freiwilligen Sozialplanes aufzunehmen, war von diesem Zugeständnis jetzt nichts mehr zu spüren. Vielmehr drängten die Geschäftsführer darauf, dass alle vier bislang gekündigten Kollegen zunächst ihre Klagen zurückziehen sollten. Dann lasse sich ja weiter sehen. Für die Kollegen eine ungewöhnliche Forderung. Und in nichts ein wirkliches Angebot. Die nächsten Gütetermine finden übrigens ende des Monatesstatt. Der erste Kammertermin vor dem Arbeitsgericht ist dann für den 29. April angesetzt.
Bistumsverlage wehren sich
Hamburg/Osnabrück/ Paderborn. In einem zweiseitigen Brief an alle Bistumsverlage haben sich jetzt die sechs Mitgliedsunternehmen der Verlagsgruppe Bistumspresse aus Osnabrück gegen aus ihrer Sicht falsche Aussagen rund um die Kündigung der DOM-Redaktion zur Wehr gesetzt. So stimme es nicht, dass fünf Jahre lang Kooperationsgespräche in alle Richtungen und besonders auch mit der Verlagsgruppe aus Osnabrück geführt worden seien. Mit ihnen sei im Vorfeld nicht gesprochen worden, so die Gruppe, die über eine Zentralredaktion nach einem auf die Bistümer abgestimmten Konzept Seiten für mittlerweile acht Kirchenzeitungen anbietet. Diese sind aber weiterhin redaktionell selbstständig.
Ebenso zeigte sich die Verlagsgruppe verärgert darüber, das durch den Geschäftsführer der Bonifatius GmbH, Rainer Beseler, behauptet werde, alle Bistumszeitungen seien defizitär. Das stimme so keinesfalls. Eher sei man in der Verlagsgruppe darüber verwundert, wieso die Paderborner Bonifatius GmbH mit dem DOM angeblich rote Zahlen schreibe. Andere Bistumszeitungen mit viel kleineren Auflagen seien weder defizitär noch müssten sie von ihrer Diözese finanzielle gestützt werden.
Auch zur unrühmlichen Rolle der KNA nimmt der Brief der Verleger aus Osnabrück, Hildesheim, Leipzig, Aachen, Mainz und Hamburg Stellung. Dabei wird der angeblich "neue publizistische Weg" den Bistum und KNA für sich in Anspruch nehmen, hinterfragt. Beim Vorgehen der Agentur in Paderborn bemängelten die Verleger zudem fehlenden Anstand.
Der Brief ist in voller Länge unter dem Menüpunkt "Leserbriefe" auf dieser Seite dokumentiert.
KNA gerät unter Druck
Bonn/Paderborn. Mit einem redaktionellen Angebot an alle deutschen Kirchenzeitungen hat die KNA jetzt die Brisanz um die Kündigung der Paderborner DOM-Redaktion verschärft. In einem in der vergangenen Woche versandten Schreiben bietet die Nachrichtenagentur dabei großflächig überregionale Seiten für Kirchenzeitungen nach dem ursprünglich geplanten DOM-Modell an. Man tue das mit dem Ziel, die Bistumsverlage zu unterstützen. Damit bezieht sich die KNA weiter auf ihre neu entdeckte Rolle als "Retter" der Kirchenzeitungen. Genauso war sie ja auch gegenüber den gekündigten Kollegen in Paderborn aufgetreten. Insider aus den Verlagen widersprechen dem. Ziel einer kirchlich hoch subventionierten Nachrichtenagentur sei es, Artikel und Meldungen mit Qualität zu liefern und nicht Redaktionen zu schlucken. Zudem würden die DOM Seiten weiterhin in der Redaktion in den Räumen des Bonifatius Verlages produziert, maßgeblich von den beiden bereits gekündigten, aber nicht freigestellten Kollegen. Und maßgeblich weiterhin mit eigenem und nicht mit KNA Material.
In dieser Woche wird es zu diesem Brief aus Bonn übrigens Treffen zwischen Chefredakteuren sowie auch Verlegern mit der Bonner KNA geben. Diese Termine waren bereits nach einiger Unzufriedenheit im Herbst vergangenen Jahres ausgemacht worden. In ihnen sollte es um die künftige Zusammenarbeit zwischen Verlagen und KNA gehen sowie die Erneuerung langjähriger Kritik der Chefredakteure an den Agenturleistungen. Durch den Paderborner "Coup" der KNA haben diese Gespräche nun eine ganz neue Brisanz erhalten. In Kreisen mehrerer Verleger von Kirchenzeitungen war dabei im Vorfeld sogar schon das Wort Vertragskündigung gegenüber den KNA Leistungen gefallen.
Hoffnung in dieser Woche
Paderborn. Zwei entscheidende Termine in dieser Woche sorgen für Hoffnung im Team der alten DOM-Redaktion. Am Mittwoch (20. Januar) trifft sich die Spitze des Bonifatiuswerkes mit dem Generalvikar. Das Bonifatiuswerk ist quasi der Errichter der Franz-von-Sales Stiftung, der die Bonifatius GmbH mit der DOM-Rdaktion gehört. Sie ist auch entscheidend beteiligt an der Besetzung der drei Stiftungsvertreter. Das Bonifatiuswerk hatte wie die Stiftung übrigens auch keine vorherige Information über die Schließungspläne erhalten.
Die drei Stiftungsvertreter, Prof. Dr. Werner Schmeken aus Paderborn, der Paderborner Kirchenjurist Karl Bauschke, sowie der Osnabrücker Stadtdechant Dr.Hermann Wieh, der zugleich Mitglied im Generalvorstand des Bonifatiuswerkes ist, werden am Freitag (22. Januar) beim Generalvikar vorsprechen. Sie hegen starke Zweifel an den Berechnungen einer schlechten Wirtschaftlichkeit, die den Schließungsplänen zugrunde liegen. Zudem wollen sie unter anderem ein gutes Wort für die Redaktion einlegen, deren Arbeit sie qualitativ geschätzt hatten.
Klagen sind eingereicht
Paderborn. Mittlerweile haben alle vier bislang bereits gekündigten Redakteure des DOM ihre Kündigungsschutzklagen eingereicht. Das Arbeitsgericht Paderborn hat schnell gearbeitet und bereits in allen vier Fällen Gütetermine vereinbart. Diese sind im Februar terminiert. Bei solch einem Gütetermin versucht das Arbeitsgericht, zwischen beiden Parteien zu vermitteln um vielleicht noch eine außergerichtliche Lösung zu finden. Doch die Marschrichtung für die vier Kollegen ist klar. Die beiden freigestellten Redakteure wollen ihren Arbeitsplatz zurück, die beiden anderen, die nur noch bis Ende Juni2010 arbeiten dürfen, wollen ihren Arbeitsplatz behalten.
Niederlage vor dem Arbeitsgericht
In der Schließung der DOM-Redaktion konnte das Paderborner Arbeitsgericht in seiner heutigen Verhandlung keine "wesentliche Betriebsänderung" für die Bonifatius GmbH erkennen. Das Gericht wies damit den Antrag des Betriebsrates auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurück. Sie hatte zum Ziel, die zum 30.06.2010 beschlossene Schließung der Redaktion so lange zu unterlassen, bis der zwischen den Beteiligten zu versuchende Interessenausgleich zustande gekommen oder endgültig gescheitert ist.
Mit der Ablehnung sei aber kein Urteil über die Rechtmäßigkeit der Kündigungen gefällt, sagte die Richterin ausdrücklich.
Der nächste Schritt ist die Revision beim LAG Hamm.
